Fotografie im Museum, das erscheint nicht neu und doch hat es lange gedauert, bis sich die fotografische Kunst die Gunst der großen Menge erobert hatte. Erst in den 90 er Jahren erlebte die Fotografie einen Boom und es entstanden einige der bedeutensten Museen in Deutschland. Neben Bildern zur Geschichte der Fotografie werden hier Werke zeitgenössischer Künstler gezeigt und Nachlässe großer Fotografen ausgestellt.
Einige der wichtigsten Adressen stellt Ihnen die Fach- und Informationsmedien GmbH hier vor.
1993 wurde im Sprengel Museum Hannover eine Abteilung für Fotografie und Medien eingerichtet, in der die Sammlung Ann und Jürgen Wilde dem Sprengel Museum Hannover als Dauerleihgabe übergeben wurde. Aus der ca. 1500 Originalfotografien umfassenden Privatsammlung wurden umfassende Ausstellungen von Albert Renger-Patzsch und Karl Blossfeldt sowie Sammlungspräsentationen mit August Sander, Florence Henri, Friedrich Seidenstücker, Duane Michals und David Hockney ausgerichtet. Große Einzelausstellungen zur zeitgenössischen Fotografie wurden 1995 in Zusammenarbeit mit dem Museum of Modern Art, New York, mit "Einheit" von Michael Schmidt sowie anlässlich der Vergaben des Spectrum-Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen 1995 an Robert Adams und 1997 an Thomas Struth veranstaltet.
Über diese Ausstellungsaktivitäten hinaus kombiniert das Museum in seiner ständigen Sammlung immer wieder Fotografien mit Werken anderer Kunstformen: Otto Dix und August Sander, Karl Blossfeldt und Hans Arp, Hilla und Bernd Becher, Donald Judd und Sol LeWitt u.v.a.Das Sprengel Museum Hannover gehört mit diesen Aktivitäten zu der kleinen Zahl europäischer Museen moderner Kunst, die kontinuierlich Fotografie als Kunstform ausstellen, sammeln und in ihre ständige Sammlung integrieren.
Infos: http://www.sprengel-museum.de/
Die SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln/Bonn ist eine der größten Kulturstiftungen in Deutschland. Zu ihr gehören drei Institutionen, die Photographische Sammlung mit dem August Sander Archiv, das Deutsche Tanzarchiv Köln und die Akademie för uns kölsche Sproch.
Ausgehend von dem Werk des bedeutenden deutschen Photographen August Sander gilt die Arbeit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Köln der sachlich dokumentarischen und konzeptuell ausgerichteten Photographie. An diesem fest umrissenen Sammlungsgebiet orientieren sich die Forschungs- und die hieran anknüpfende Ausstellungstätigkeit der Photographischen Sammlung.
Infos: www.sk-kultur.de
Mit dem "Haus der Photographie" im südlichen Gebäude der Deichtorhallen erhielt Hamburg ein elegantes Ausstellungshaus mit zwei großen photographischen Sammlungen von höchstem internationalem Niveau.
Kernstücke des "Hauses der Photographie" bilden die Sammlung F. C. Gundlach, eine Sammlung von Weltruf in den Bereichen Modephotographie und künstlerische Photographie, sowie das Bildarchiv des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL.
Das "Haus der Photographie" zeigt in den nächsten Jahren wechselnde Schwerpunkte aus der Sammlung F. C. Gundlach und aus dem Bildarchiv des SPIEGEL sowie internationale Wechselausstellungen zur Photographie, von historischen Positionen des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu jungen Photographen der Gegenwart und Aspekten der digitalen Revolution. Es reiht sich damit unter die führenden internationalen Institutionen dieses Mediums ein.
Infos: http://www.deichtorhallen.de/
Die FOTOGRAFISCHE SAMMLUNG im Museum Folkwang existiert als selbständige Abteilung des Museums seit 1979. Seither ist die Sammlung systematisch ergänzt und erweitert worden. Sie umfasst heute über 50.000 Fotografien und mehrere Nachlässe, unter anderem von Helma Lerski, Germaine Krull, Wolfgang Weber, Walter Peterhans, Otto Steinert und die Archive von Peter Keetman und ringl + pit. Außerdem sind große Werkgruppen von David Octavius Hill/Robert Adamson, Heinrich Kühn, Hugo Erfurth, Lázló Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, August Sander und Edward Steichen Teil dieser Sammlung.
Der Schwerpunkt der Sammlung liegt im 20. Jahrhundert; aber auch zum 19. Jahrhundert enthält sie herausragende Bildleistungen, speziell zur Porträt-, Architektur-, und Landschaftsdarstellung. Die Sammlung ist international orientiert mit besonderer Konzentration auf die Zwanziger Jahre, die Nachkriegszeit und auf zeitgenössischen Arbeiten: Thematisch liegt ihr Schwerpunkt auf der Porträt- und Architekturfotografie, der Geschichte der Bildberichterstattung und der künstlerischen Fotografie, sowie Konvolute zu Fotoform, Subjektive Fotografie, Steinert und Schüler.
Infos: http://www.museum-folkwang.de/
In dem Museum lagern die Archive von Stefan Moses und Herbert List. Zu den Höhpunkten der Kollektion zählen die Objektiv-Sammlung Uwe Scheids und über 600 Vintage-Prints aus der Sammlung Josef Breitenbachs. Das städtische Museum organisiert Wechselausstellungen, die deutschlandweit zu Besten zählen.
Infos: http://www.stadtmuseum-online.de/
Auf der Seite der staatlichen Museen Berlins präsentiert sich nun auch das neue Museum für Fotografie als eine Abteilung der
Kunstbibliothek unter einem Dach mit der Helmut Newton Stiftung in der Jebensstraße 2 gegenüber dem Bahnhof Zoologischer Garten.
Mit der Doppelausstellung "Us and Them" und "Sex and Landscapes" wurde die Helmut Newton Stiftung im Juni 2004 eröffnet. Im Erdgeschoss des Museums für Fotografie wurden für diese Ausstellung weitere großzügige Ausstellungsräume geschaffen. Unter dem Titel "Private Property" sind unter anderem seine Kameras, seine eigene Foto- und Kunstsammlung, seine Bibliothek und Teile seines Büros in Monte Carlo, das berühmte Newton-Mobil, Plakate seiner Ausstellungen sowie zahlreiche Publikationen der Fotografien von Helmut Newton zu sehen.
http://www.smb.spk-berlin.de
Mit dem Museum für Photographie wurde 1984 ein einzigartiges Forum für die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie geschaffen, das mit seinen vielbeachteten Ausstellungsaktivitäten mittlerweile fester Bestandteil des internationalen Fotografie-Netzwerkes ist.
Das Ausstellungsprogramm umfasst die ganze Vielfalt der Fotografie: von den großen Meistern wie Gisèle Freund, WeeGee oder Henri Cartier-Bresson über zeitgenössische künstlerische Positionen wie Tatsumi Orimoto, Inge Rambow oder Sabine Linse bis hin zu thematischen Ausstellungen zur Reportage-, Mode-, Reise- und Landschaftsfotografie.
Neben durchschnittlich sechs Wechselausstellungen im Jahr bietet das Museum eine Fachbibliothek mit ca. 3000 Bänden, eine Dunkelkammer, sowie ein vielfältiges Programm von Workshops und Veranstaltungen.
Die fotografische Sammlung hat ihre Schwerpunkte auf den Anfängen der Fotografie (z.B. Henry Fox Talbot, Felix Nadar, Julia Margaret Cameron), den 1920er und 1930er Jahren (z.B. Man Ray, Làszlo Maholy-Nagy, Kurt Kranz) und der Gegenwart (z.B. Henri Cartier-Bresson, Thomas Höpker, Heinrich Riebesehl, Nick Waplington). Langfristig entwickelt das Museum eine ständige Ausstellung zur Bild-, Kultur- und Technikgeschichte der Fotografie. Die Ausstellung zum Thema Voigtländer Ende 2002 ist dafür ein weiterer Baustein.
http://www.photomuseum.de
Das Agfa Photo-Historama besitzt eine der kulturhistorisch bedeutendsten Sammlungen zur Geschichte der Photographie. Ihr Grundstock ist die 1955 erworbene Sammlung Erich Stenger, die schon vor dem zweiten Weltkrieg als eine der größten Privatsammlungen der Welt galt. Mit unermüdlicher Begeisterung trug Stenger seit Beginn des letzten Jahrhunderts alle Zeugnisse zur Geschichte der Photographie zusammen. Anfangs interessierte er sich nur für Photographien, später aber auch für Karikaturen, Medaillen, Kuriositäten, Geheimkameras, Objektive, Diplome und Autographen.
1955 wurde die Sammlung inklusive der dazugehörigen Spezialbibliothek an Agfa verkauft. Durch Neuerwerbungen, wie die 300 Portraits des Photographen Hugo Erfurt 1969 und über 1000 Kameras aus dem Besitz von Hanns Wendel 1971, konnte der wertvolle Bestand sinnvoll erweitert werden. Mit der Übernahme von ca. 20 000 Aufnahme- und Wiedergabegeräten der gesamten Photoindustrie des 20. Jahrhunderts aus dem Archiv des Agfa Kamerawerks München gelang eine weltweit einzigartige Vervollständigung. Nach langen Jahren der provisorischen Unterbringung der Sammlung in Leverkusen, fand sie 1986 im neuen Museumsbau am Rhein ihr neues Domizil. In wechselnden Präsentationen und Sonderschauen werden hier Teile des Photo-Historamas der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zudem werden regelmäßig umfassende thematische Wechselausstellungen von Weltgeltung erarbeitet.
http://www.museenkoeln.de/agfa-photo-historama/
Die Pinakothek der Moderen erhielt die Fotosammlung des Siemens Arts Program als unbefristete Leihgabe. Die Sammlung umfasst internationale Fotografien der 70er bis 90er Jahre mit mehr als 800 Werken von sechzig Fotografen, u. a. Arbeiten von Sigmar Polke, Richard Prince, Louise Lawler und Christian Boltanski.
http://www.pinakothek.de/pinakothek-der-moderne/
